Jürgen Todenhöfer bei der IS: Westen unterschätzt diese Gefahr massiv! Größte religiöse Säuberung

Jürgen Todenhöfer bei der IS: Westen unterschätzt diese Gefahr massiv! Größte religiöse Säuberung

Jürgen Todenhöfer Facebook:

Liebe Freunde, heute Nachmittag bin ich
aus dem “Islamischen Staat” zurückgekehrt. Die erforderlichen
Sicherheitsgarantien hatte ich in monatelangen Skype-Gesprächen mit der
Führung des ‘Kalifats’ ausgehandelt. Angeblich war ich der erste
westliche Publizist der Welt, der den “Islamischen Staat” besuchen
konnte. Dem IS war bekannt, dass ich mich mehrfach sehr kritisch zum
“Islamischen Staat” geäußert hatte. Hier auf Facebook und in der
deutschen Presse. Ich habe die Gefahren dieser Reise daher nie
unterschätzt.

Die Gespräche und Erlebnisse im irakischen und
syrischen Teil des “Islamischen States” waren dramatisch. Die
Sicherheitslage auch. Darüber mehr in den nächsten Tagen. Als ich
gestern Abend mit meinem Gepäck in der Nähe eines türkischen Schießturms
zu Fuß über einen Schmugglerpfad in die Türkei rannte, fiel eine
gefühlte Last von 1000 Tonnen von meinen Schultern. Ich bin sehr
glücklich, dass ich wieder heil in Deutschland bin. Meine Familie auch.
Es hat viele Tränen gegeben.

Ich habe diese schwierige Reise
nicht unternommen, weil Papst Franziskus kürzlich gefordert hatte, man
müsse auch mit dem IS sprechen. Sondern weil ich seit über 50 Jahren
immer mit allen Seiten spreche. In Syrien sprach ich – von einigen
Schreibtischstrategen heftig kritisiert – mit Präsident Assad, aber auch
mit Al Qaida und der FSA. In Afghanistan mehrfach mit Präsident Karsai
und mit Führern der Taliban. Und während des Irakkrieges mit der
schiitischen Regierung des Irak und mit dem sunnitischen Widerstand.

Die
Katastrophen, in die die USA in Afghanistan, im Irak, in Libyen und in
anderen Ländern hineingeraten sind, sind auch deshalb entstanden, weil
die USA nicht mit ihren Gegnern sprechen wollten und sie oft überhaupt
nicht kannten. Unwissenheit darf jedoch nicht das traurige Markenzeichen
der westlichen Mittel-Ost-Politik bleiben. Wer seine Feinde besiegen
will, sollte sie kennen. Der IS ist mächtiger und gefährlicher als viele
westliche Politiker ahnen.

In den nächsten Tagen werde ich Euch
nähere Einzelheiten meiner zehntägigen Recherchen im “Islamischen Staat”
mitteilen. Jetzt aber bin ich erst einmal hundemüde.

Quelle: http://x2t.com/338375
Tagesschau: http://x2t.com/338376

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