(Doku) – The Corporation (Der Konzern) – [Deutsch]

(Doku) – The Corporation (Der Konzern) – [Deutsch]

Das als sehr wirtschaftsfreundlich bekannte Magazin The Economist
schrieb über den Film: „Beide Lager der Globalisierungsdebatte sollten
aufmerken. The Corporation ist ein überraschend rationaler und
intelligenter Angriff auf die wichtigste Institution des Kapitalismus.”

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Der
Film analysiert das Handeln großer Unternehmen unter dem Gesichtspunkt,
dass sie rechtlich gesehen „Personen”, in diesem Fall juristische
Personen sind — dies allerdings, nach Aussage des Films, erst seit dem
ausgehenden 19. Jahrhundert, als der Supreme Court, das oberste Gericht
der USA, Wirtschaftsunternehmen als juristischen Personen dieselben
Rechte einräumte wie Menschen als natürlichen Personen. Diese
juristische Konstruktion habe sich seitdem fast weltweit durchgesetzt.
Für die tatsächliche Entwicklung des Rechtsinstruments siehe Juristische
Person, für die Situation in den Vereinigten Staaten, die dem Film zu
Grunde liegt siehe Gesellschaftsrecht der Vereinigten Staaten.

Ausgehend
davon analysierten die Filmemacher nun die Handlungen und
Verhaltensweisen einer Reihe real existierender Großunternehmen
(Kapitalgesellschaften) auf eine Art und Weise, als ob dies tatsächlich
Menschen wären, wobei ihnen die von Ärzten und Psychologen zur
Beurteilung des psychischen Zustands eines Patienten verwendeten
DSM-IV-Richtlinien als Maßstab dienten. Ausgewertet wurden dabei nur
tatsächlich geschehene und durch Medienberichte dokumentierte
Aktivitäten bekannter Unternehmen, vorwiegend aus den USA, mit dem
Resultat, dass alle untersuchten Kapitalgesellschaften — als Menschen
betrachtet — die Kriterien schwerster psychischer Störungen erfüllten.
Der für den Film interviewte Robert D. Hare, Psychologieprofessor an der
University of British Columbia und FBI-Berater, schloss daraus, dass
ein profitgeleiteter Konzern nach klinischen Gesichtspunkten einem
Psychopathen gleichzusetzen wäre.

Nach den Ursachen dieses
Umstands suchend, liefert der Film einen kurzen historischen Abriss der
Geschichte unternehmerischer Rechtsformen, mit dem Ergebnis, dass die
Entwicklung zu dem im Film dokumentierten unverantwortlichen Verhalten
mit der Ablösung des persönlich für sein Unternehmen haftenden
Unternehmers durch die anonyme Kapitalgesellschaft eingeleitet wurde,
bei der niemand mehr wirklich für das Handeln des Unternehmens als
Ganzen haftbar ist.

Andere Themen sind zum Beispiel: Smedley
Butler und der 1933 versuchte Coup gegen Franklin D. Roosevelt; die
Privatisierung der städtischen Wasserversorgung Boliviens durch die
Bechtel Corporation im Jahr 2000 und die daraus resultierenden Proteste
in Cochabamba.

Der Film enthält außerdem Interviews mit
prominenten Kapitalismuskritikern wie Noam Chomsky, Naomi Klein, Michael
Moore, Vandana Shiva und Howard Zinn einerseits, andererseits aber auch
Meinungen von bekannten Managern wie Ray Anderson, sowie Standpunkte
von Peter Drucker, Milton Friedman und anderen Befürwortern der freien
Marktwirtschaft wie dem Fraser Institute. Weiterhin wird Dr. Samuel
Epstein zum Unternehmen Monsanto interviewt, welches das umstrittene
Wachstumshormon Posilac vertrieb, um die Milchproduktion zu erhöhen.

The
Corporation ist ein kanadischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2003. Der
Film analysiert das Verhalten von Großunternehmen im Geschäftsleben. Er
kommt dabei zu dem Schluss, dass solche Unternehmen in der Regel alle
Kriterien für einen Psychopathen erfüllten, wenn Bewertungsmaßstäbe für
menschliches Verhalten angelegt würden. Zudem wird dargelegt, dass solch
ein Vergleich durchaus seine Berechtigung habe — weil Unternehmen als
juristische Personen rechtlich größtenteils mit Menschen (Natürliche
Personen) gleichgestellt seien. Einer der wesentlichen Aspekte des Films
ist, dass Großunternehmen nur die eigenen Interessen verfolgen und
dabei prinzipiell keinerlei Interessen anderer Personen — insbesondere
von Menschen — berücksichtigen. Der Film wurde vom
Rechtswissenschaftler Joel Bakan geschrieben und von Mark Achbar und
Jennifer Abbott produziert.

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