Christliche Mäßigkeit – Die Wirkung einer richtigen Lebensweise

Christliche Mäßigkeit – Die Wirkung einer richtigen Lebensweise
Essen in Maßen
 Einige interessante, nachdenkenswerte Auszüge aus dem Buch „Christliche
Mäßigkeit“ , Kapitel 4 ( Hier )
Was
bedeutet eigentlich Mäßigkeit?
Viele behaupten, man lebe mäßig, wenn man alles in Maßen konsumiert. Doch dies
stimmt nicht mit der Bibel überein! Wir sind ein Tempel des Heiligen Geistes –
und deswegen sollen wir alles
Schädliche meiden und allein Gutes in Maßen essen!
Einem jeden Menschen bietet sich reichliche Gelegenheit, das aus sich
zu machen, was er werden will
. Er kann täglich seine Weisheit und
Kenntnisse mehren und an Tugend und Gnade zunehmen. Demzufolge wird seine
Einsicht und Weisheit wachsen und im vollkommenen Ebenmaße sich entwickeln. Aber
auf der andern Seite kann er seine Kräfte schwächen, indem er sie nicht
gebraucht oder sie durch schlechte Gewohnheiten und Mangel an
Selbstbeherrschung lässt. In diesem Falle geht es nur bergab mit ihm; er ist
Gott und den Gesetzen der Gesundheit ungehorsam. Die Gelüste überwältigen ihn
und Neigungen verleiten ihn. Es fällt ihm leichter, es den Mächten der
Finsternis, die doch stets wirksam sind, zu überlassen, ihn rückwärts zu
ziehen, als dass er Kraft anwendet, dagegen anzugehen und dadurch vorwärts zu
kommen. Ein liederliches Leben, Krankheit und Tod sind die Folgen. Dies ist die
Lebensgeschichte gar mancher, die in dem Werke Gottes und für die Menschheit
hätten tätig sein können.
Eine der stärksten Versuchungen, welchen der Mensch ausgesetzt ist, ist
die
Genusssucht. Gott schuf den Menschen aufrichtig,
gab ihm einen klaren Verstand, ein gesundes Urteil und jeder Teil und jede
Fähigkeit waren vollständig und gleichmäßig entwickelt. Aber indem der listige
Feind den Menschen verführte, wurde das Gebot Gottes nicht beachtet und die
Naturgesetze zogen ihre volle Strafe nach sich.
 
Esau hegte ein
großes Verlangen nach seiner besonderen Lieblingsspeise und er hatte schon so
lange seinen Gelüsten nachgegeben, dass er jetzt die Notwendigkeit nicht
fühlte, sich von der verführenden, lockenden Speise zu wenden. …  Als der Gott Israels sein Volk aus Ägypten
führte, entzog er ihnen größtenteils alle Fleischgerichte und gab ihnen statt
dessen Brot vom Himmel und Wasser aus dem Felsen. Aber sie waren hiermit nicht
zufrieden. Sie aßen die ihnen gegebenen Speisen sehr ungern und sehnten sich
nach den Fleischtöpfen Ägyptens zurück. Sie zogen es vor, lieber Knechtschaft
zu erleiden, als dem Fleische zu entsagen. Gott gewährte ihnen ihre Bitte und
gab ihnen Fleisch. Nun aßen sie und trieben es so weit, bis schließlich eine
Plage durch ihre Schwelgerei verursacht wurde, woran viele starben. 
Ein Beispiel nach dem andern ließe sich anführen, um die Folgen zu
zeigen, wenn wir unsern Gelüsten nachgeben. Unseren Stammeltern schien es nur
eine kleine Sache, Gottes Gebot in jener einen Handlung zu übertreten. Sie aßen
nämlich von dem Baume, der lieblich anzusehen war und von dem gut zu essen
schien. Doch damit wurden sie Gott untreu und die Schleusen wurden geöffnet,
durch welche eine Flut von Schuld und Wehe die Welt überschwemmt hat.
 
Verbrechen und Krankheit haben mit jeder Generation
zugenommen. Die Unmäßigkeit im Essen und Trinken und der Hang zu gemeinen
Leidenschaften haben die feineren Organe des Menschen betäubt. Der Verstand
beherrscht den Menschen nicht länger; denn er ist in erschreckender Weise zum
Sklaven der Genusssucht geworden. Besonders bei Festlichkeiten gibt man sich
der Genusssucht fast ohne jeden Einhalt hin. Üppige und späte Gastmähler werden
gegeben wobei reichgewürzte Fleischspeisen und fette Saucen, Kuchen, Torten,
Eis, Tee, Kaffee etc. aufgetragen werden. Man kann sich nicht darüber wundern, dass
die Menschen bei einer solchen Kost eine bleiche Gesichtsfarbe haben und
unerhörte Schmerzen von schlechter Verdauung leiden müssen. 
Gegen eine jede Übertretung ihrer Gesetze
erhebt die Natur Einwand.
Sie trägt den Missbrauch solange als möglich;
aber endlich kommt die Vergeltung, welche dann sowohl die geistigen als auch
die körperlichen Kräfte trifft. Aber bei dem Übertreter endigt es noch nicht.
Die Folgen der Befriedigung, machen sich bei seinen Nachkommen bemerkbar, und
das Übel wird auf diese Weise von einer Generation auf die andere übertragen. Es war niemals Gottes Absicht dass ein solch
trauriger Zustand, wie heutzutage, herrschen sollte. Aber dies alles verursacht
die große Übertretung der Naturgesetze.
 

Der Charakter wird zum größten
Teil in der Jugend gebildet. Je früher im Leben sich jemand
schädliche Gewohnheiten aneignet, desto fester werden sie ihr Opfer fesseln,
und desto sicherer wird sein geistiger Zustand eine weit tiefere Stufe
einnehmen. Wenn jemand sich aber in der
Jugend tugendhafte und richtige Gewohnheiten aneignet, so wird sich ihr Einfluss
in der ganzen Laufbahn des Betreffenden geltend machen.
In den meisten
Fällen zeigt es sich, dass solche, die im späteren Leben Gott ehren und das
Rechte achten, dieses schon gelernt, ehe der Welt Gelegenheit geboten wurde,
das Bild der Sünde auf ihre Seele zu stempeln. Die im reiferen Alter Stehenden
sind ebenso unempfindlich gegen neue Eindrücke, wie ein harter Fels; aber die
Jugend ist Eindrücken zugänglich. In der Jugendzeit sollten durch tägliche
Übung die Kenntnisse für das Leben gesammelt werden, dann ist es leicht, einen
guten Charakter zu entwickeln. Die Jugend ist gerade die passende Zeit, um sich gute
Gewohnheiten anzueignen und Selbstbeherrschung zu üben. Sie ist die Saatzeit,
und der gesäte Same entscheidet die Ernte, sowohl für dieses als auch für das
zukünftige Leben.

Die Eltern sollten es zu ihrer ernsten Pflicht machen,
sich Kenntnisse zu sammeln, wie sie ihre Kinder zu behandeln haben, um ihnen
einen guten Verstand in einem gesunden Körper zu sichern. Mäßigkeit sollte in
allen Einzelheiten des häuslichen Lebens geübt werden. Von frühester Jugend an
sollten die Kinder, so weit als nur möglich, an Selbstverleugnung gewöhnt
werden. Lehrt die Kleinen, dass sie essen sollen, um zu leben und nicht leben, um zu
essen. Sagt ihnen, dass der Gaumen dem Willen zu gehorchen
hat und dass der Wille von einem ruhigen, klaren Verstand beherrscht werden muss.
Den Eltern ist die heilige Pflicht auferlegt worden, über die körperliche und
geistige Entwicklung ihrer Kinder zu wachen. 
Wer seinen Gelüsten nachgibt, wird niemals zur christlichen
Vollkommenheit gelangen.
Eltern können die sittlichen Gefühle
ihrer Kinder nicht leicht erwecken, wenn sie in der Wahl der Nahrung nicht vorsichtig sind. Viele Mütter decken einen Tisch, der zum Fallstrick der Familie dient.
Jung und Alt genießen Fleisch, Butter, Käse, feines Backwerk, gewürzte Speisen
und dergleichen in reichem Maße. Diese Dinge tragen aber dazu bei, dass der Magen in Unordnung gerät, die Nerven erregt werden und
der Verstand geschwächt wird
(medizinisch nachweisbar). Die
bluterzeugenden Organe können solche Dinge nicht in gutes Blut verwandeln. Wenn
Speisen in Fett gekocht werden, so erschwert dies nur die Verdauung. Die
Wirkung von Käse ist eine schädliche. Feines Weizenbrot enthält lange nicht so
viel Nahrung als Schrotbrot. Wenn man ersteres täglich gebraucht, so wird der
Körper nicht im besten Zustand sein. Die Gewürze
reizen zuerst die zarte Haut es Magens, aber durch den stetigen Gebrauch
schwindet schließlich die natürliche Empfindungsfähigkeit der feinen
Schleimhäute. Das Blut wird fieberisch, sinnliche Neigungen werden erweckt,
während die Geisteskräfte geschwächt und sie zu Sklaven niedriger
Leidenschaften werden. Die Mutter sollte stets darauf achten, ihrer Familie eine
einfache, jedoch nahrhafte Kost vorzusetzen.
 
Der Mensch ist nicht da, um seine Esslust zu
befriedigen. Für die körperlichen Bedürfnisse muss wohl gesorgt werden; aber
ist es deswegen notwendig, dass der Mensch von der Genusssucht beherrscht wird?
Werden solche, die danach streben, heilig
und rein zu sein, damit sie mit heiligen Engeln späterhin verkehren können,
noch darin beharren, das Leben der Geschöpfe Gottes zu nehmen und ihr Fleisch
als Delikatesse zu genießen?
Nach dem, was der Herr geoffenbart hat, wird
eine Veränderung eintreten und das auserwählte Volk Gottes wird sich in allen
Dingen der Mäßigkeit befleißigen. Es ist die ernste Pflicht derjenigen, welche
kochen, auf die verschiedenste Art und Weise gesund und schmackhafte Speisen
zuzubereiten. Die Lebenskräfte Tausender werden durch schlechtes Kochen
verzehrt. Viel mehr Seelen gehen auf diese Weise zu Grunde, als man sich
vorstellt. Der Körper gerät dadurch in Unordnung und Krankheiten entstehen. Glaubt
nicht, dass es verlorene Zeit ist, sich Kenntnisse zu sammeln, wie man gesunde
und schmackhafte Speisen zubereitet.
Wenn auf jemand die Verantwortung für
eine Familie ruht, so ist es seine Pflicht zu lernen, wie er sie gut versorgen
kann, mag seine Erfahrung im Kochen auch noch so groß gewesen sein.
Durch eine verkehrte Lebensweise
wird die Gesundheit zerstört und mit ihr, was das Leben versüßt. O, wie oft hat eine sogenannte schöne Mahlzeit die Teilnehmer um den
Schlaf und die nötige Ruhe gebracht. Tausende
haben sich dadurch, dass sie ihren verdorbenen Lüsten nachgaben, Fieber oder
andere schlimme Krankheiten zugezogen, deren Folge oft der Tod war.
Dieser Genuss
müsste also mit einem unendlichen Preise bezahlt werden. 
Weil es nun sündhaft ist, nur zu essen, um das Verlangen
eines verdorbenen Gaumens zu stillen, so folgt durchaus nicht, dass wir
gleichgültig sein sollen, was wir essen. Es ist eine Sache von großer
Wichtigkeit. Niemand sollte sich für eine magere Kost entschließen.
Viele sind durch Krankheiten entkräftet und bedürfen gesundes, gut gekochtes
Essen. Solche, welche mit ihrer Lebensweise ein gutes Beispiel setzen wollen,
müssen vor allen andern sich vor Übertreibung hüten. Der Körper muss
ausreichend Nahrung empfangen. Gott, der den gesegneten Schlaf gibt,
hat auch für passende Nahrung gesorgt, um den Körper in einem gesunden Zustande
zu erhalten. 
Viele wenden
sich von dem Lichte und der Kenntnis uns opfern die Grundsätze dem Geschmacke.
Sie essen, wenn der Körper nichts bedarf und dabei unregelmäßig, da sie keine
moralische Kraft besitzen, den Lüsten zu widerstehen. Infolgedessen empört sich
der misshandelte Magen und der Mensch muss darunter leiden. Im Essen und
Trinken regelmäßig zu sein, ist für die körperliche Gesundheit sowie den Gemütszustand
von großer Wichtigkeit.
Man sollte niemals zwischen den Mahlzeiten auch nur das Geringste
genießen.
 
Manche haben die schädliche Gewohnheit, vor dem Zubettgehen etwas zu essen. Sie
haben ihre regelmäßigen Mahlzeiten gehabt, aber da sie ein Gefühl von Ohnmacht
empfinden, glauben sie noch etwas genießen zu müssen. Aber indem sie dieser
schlechten Mode nachgehen, wird sie zu einer Gewohnheit und es scheint ihnen unmöglich, sich zur Ruhe zu begeben, ohne vorher
etwas gegessen zu haben. In den meisten Fällen wird diese Schwachheit dadurch
verursacht, dass man die Verdauungsorgane den Tag über durch große Mengen von
Speisen überladen hat, so dass sie nicht alles bewältigen konnten. Diese Organe
bedürfen einer Ruhe von der Arbeit, um wieder neue Kräfte zu erlangen. Eine
zweite Mahlzeit sollte nie stattfinden, bis der Magen Zeit gehabt hat, sich von
der Arbeit, die vorhergehende Mahlzeit zu verdauen, zu erholen.
Wenn man
sich abends zum Schlafen begibt, sollte der Magen, gleichwie der Körper, seine vollständige Ruhe genießen können.
Zwingt man jedoch dem Magen noch mehr Nahrung auf, so müssen die
Verdauungsorgane dieselbe Arbeit während der Ruhestunden, wie am Tage
verrichten. Demzufolge ist der Schlaf unruhig, man hat unangenehme Träume und
am Morgen erwacht man unerquickt. Die Verdauungsorgane verlieren ihre
natürliche Kraft und die Person wird nervenschwach. Lasst solcher Person etwas Unangenehmes widerfahren und siehe, wie
schnell sich ihre Ungeduld offenbart!
Es ist ihr unmöglich, ohne durch
besondere Gnade, ruhig zu handeln und zu reden. Wie kann da jemand noch sagen: „Es
ist niemands Sache, was ich esse oder trinke.“
Man kann aber
auch von gesunden Speisen unmäßig genießen.
Das übermäßige Essen, von welcher Speise es auch sein mag, beschwert
den Organismus und hindert ihn in seiner Arbeit.
Viele begehen den Fehler, bei den Mahlzeiten (kaltes)
Wasser zu trinken. Die Speisen sollten nicht hinuntergewaschen werden. Durch
das Trinken bei den Mahlzeiten wird die Tätigkeit des Speichels verringert und
je kälter das Wasser, desto schädlicher ist es für den Magen. Kalte Getränke,
wenn bei Mahlzeiten genossen, hindern die Verdauung solange, bis der Magen
genügend wieder erwärmt ist, so dass er seine Arbeit wieder aufnehmen kann.
Kaut langsam und gebt dem Speichel Zeit, sich mit der Nahrung zu vermengen.  Je mehr Flüssigkeiten man bei den Mahlzeiten zu sich
nimmt, desto schwieriger ist es für den Magen, die Speisen zu verdauen, denn
die Flüssigkeiten müssen zuerst aufgesogen werden. Gebraucht nicht viel Salz; esset keine eingemachten Gurken (mit Essig
und viel Salz); genießt Obst bei den Mahlzeiten (aber Obst und Gemüse nicht zur
gleichen Mahlzeit, sonst entsteht Gärung!), und
dann wird das Verlangen nach Getränken aufhören;
wenn jedoch etwas nötig ist, den Durst zu stillen, so ist frisches
Wasser das beste Mittel. Trinkt niemals Tee (schwarzen, grünen, gelben),
Kaffee, Bier, Wein oder irgendein anderes spirituoses Getränk.
Um sich eine gesunde Verdauung zu sichern, sollte man
langsam essen. Alle, welche Magenkrankheiten verhindern wollen und
ihre Pflicht einsehen, alle ihre Kräfte in dem besten Zustande zu erhalten,
damit sie Gott den besten Dienst leisten können, müssen dies wohl bedenken. Wenn eure Zeit zum Essen beschränkt ist, so verschlingt
nicht gierig euer Essen, sondern esst weniger und kaut langsam.
Der aus der Nahrung gezogene Nutzen hängt nicht so viel von der Menge
ab, die wir essen, sondern vielmehr von einer ordentlichen Verdauung.
Um die Gesundheit zu erhalten, ist es notwendig, dass in allen
Dingen Mäßigkeit geübt wird, — Mäßigkeit in der Arbeit und
Mäßigkeit im Essen und Trinken. Wir sollen Gott unsern Körper als ein
lebendiges Opfer hingeben und nicht als ein solches, das schon tot ist. „Ihr
seid nicht euer selbst, denn ihr seid teuer erkauft. Darum so preiset Gott an
eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes.“ 1.Kor. 6,19.20. Alle
sollten große Sorgfalt tragen, dass sie ihren Körper im besten Zustande
erhalten, auf das sie dem Herrn vollkommenen Dienst leisten und ihrer Pflicht
sowohl in der Familie als auch im Umgang mit andern nachkommen können.
Es ist eine ebenso große Sünde, gegen die Naturgesetze zu handeln, als die zehn Gebote zu
übertreten. Beides ist eine Übertretung des Gesetzes Gottes. Wer in seinem körperlichen Organismus das Gesetz Gottes
übertritt, wird leicht dazu geneigt sein, auch gegen das Gesetz Gottes, von
Sinai gesprochen, zu handeln.
Diejenigen, die sich auf irgendeine
Weise der Unmäßigkeit hingeben, sei es im Essen oder Trinken, verschwenden ihre Lebenskräfte und verlieren
an Charakterfestigkeit.
Der Apostel Petrus kannte die Verwandtschaft des Gemüts
mit dem Körper und warnte deshalb seine Brüder, indem er sagte: „Liebe Brüder,
ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilger: enthaltet euch von
fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten.“ 1.Petr. 2,11. Viele
beziehen diesen Text auf Unsittlichkeit, aber seine Bedeutung ist eine viel
tiefere. Er verbietet eine jede Befriedigung des Gaumens und der
Leidenschaften. Jedes verkehrte Verlangen
unseres Gaumens ist eine Lust, die wider die Seele streitet.
Appetit ist ein
Segen, aber nicht, wenn er durch Entartung zum Tod dient und zu einer
fleischlichen Lust wird, welche wider die Seele streitet. Die
Mahnung von Petrus ist eine ernste und warnt uns bestimmt vor allen Reizmitteln.
Diese Befriedigungen können ohne weiteres zu den Lüsten gezählt werden, welche
einen schädlichen Einfluss auf den moralischen Charakter ausüben.
Die Macht der
Versuchung, die Genusssucht zu befriedigen, kann nur an der unaussprechlichen
Qual unsers Erlösers während seines langen Fastens in der Wüste gemessen
werden. Er wusste, dass die Befriedigung einer entarteten Esslust das
Unterscheidungsvermögen der Menschen so schwächen würde, dass sie heilige
Sachen nicht mehr erkennen könnten. Adam fiel durch die Esslust; Christus
überwand, indem er der Esslust widerstand.
Unsere einzige Hoffnung, Eden wieder
zu erlangen, ist durch entschiedene Selbstbeherrschung. Wenn die Macht der
entarteten Esslust auf der Menschheit so lastete, dass der Sohn Gottes in menschlicher
Gestalt beinahe sechs Wochen fasten musste, welche eine großes Werk steht dem
Christen bevor! Aber wie groß der Kampf auch sein mag, so kann er doch
überwinden. Mit der Hilfe der göttlichen Kraft, welche den schwersten
Versuchungen des Teufels widerstand, kann der Christ auch den Sieg über die
Sünde erlangen und endlich des Siegers Krone im Reiche Gottes tragen.

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