Die Schoepfung Genesis

Die Schoepfung Genesis

Den Auftakt bildet „Genesis” mit der Erschaffung der Erde und dem Sündenfall. Vieles wird wie im antiken Theater als Teichoskopie vorgeführt, wenn ein alter Nomade einem kleinen Jungen die Schöpfungsgeschichte erzählt, ergänzt durch dokumentarische Naturaufnahmen. Nach Kains Mord an seinem Bruder Abel will Gott alles Leben wieder auslöschen. Doch dann beauftragt er den gottesfürchtigen Noah mit dem Bau einer Arche, um darin mit den Tieren die Sintflut zu überleben. Bereits im ersten Film erkennt man die Absicht der Macher, auf spektakuläre Spezialeffekte weitgehend zu verzichten und sich auf das Wesentliche der biblischen Aussage zu konzentrieren. Auf die Gegenwart bezogen ist die Mahnung zur Bewahrung der Schöpfung, wenn schemenhaft aktuelle Bilder einer Großstadt, von Umweltverschmutzung und Kriegsszenen eingeblendet werden.
Mit der Weltschöpfung, Adam und Eva im Paradies, Kain und Abel und Noahs Rettung aus der Sintflut beginnt die Bibel. Ein alter Nomade in einem Hirtenlager öffnet uns als Erzähler die Augen für den Schöpfungsakt, der sich mit jedem Tage neu vollzieht, und begleitet uns weiter durch die starken Bilder des Films, die den biblischen Bericht lebendig machen. Olmi drehte in den dichten Zedernwäldern des marokkanischen Atlas-Gebirges und in der kargen Wüstenlandschaft am Rande der Sahara, wo sich die unberührte Schönheit, wie auch die erschreckende Gewalt der urzeitlichen Natur wiederspiegeln. Als Darsteller wählte er die Männer, Frauen und Kinder des Landes, in deren Gesichtern das Geheimnis, und Wunder des Menschseins geschrieben steht und die noch heute im Einklang mit jahrtausendealten Traditionen leben.

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